Biobibliographie

 

 

 

 

Roberto Ciaccio Revenant - Leçon de Ténèbres

 

 

 

 

 

 

 

 

Roberto Ciaccio - Stations of the Cross

 

 

 

 

 

 

Roberto Ciaccio soglie - thresholds -  monoprint

 

 

 

 

 

 

 

Roberto Ciaccio - Kupferstichkabinett – Kulturforum Staatliche Museen zu Berlin. 2006

 



ROBERTO CIACCIO

Geboren 1951 in Rom; lebt und arbeitet in Mailand.

Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums hat er an der Università Cattolica in Mailand politische Wissenschaften studiert und sein Studium mit der Arbeit Genesi psicosociale dell’opera d’arte e suo momento Der psychosoziale Ursprung des Kunstwerks und sein ideologisches
 abgeschlossen. Moment.
Sein ausgeprägtes Interesse an Philosophie und Musik findet in seiner Arbeit breiten Niederschlag. Seine künstlerische Entwicklung hat ihn zu reiner malerischer Abstraktion und zu einem entschieden konzeptuellen Charakter seiner Werke geführt.

In den letzten Jahren hat sich der Dialog mit der zeitgenössischen Philosophie noch intensiviert, speziell mit Jacques Derrida und seiner Theorie der différance sowie mit Remo Bodei, mit dem er in intensivem Arbeitskontakt und Gedankenaustausch steht.

Häufig wiederkehrende Themen seiner Arbeit sind: Licht/Dunkelheit, Anwesenheit/Abwesenheit, Spur, Ursprung, Rand (Riss), aufgehobene Zeitlichkeit, Schwelle.
In seinen jüngsten Arbeiten hat sich seine ganze gedankliche Konzentration insbesondere auf die Themen der Zeit, des Verhältnisses von Figur/Bild und der Idee des revenant gerichtet, was ihn darüber hinaus dazu gebracht hat, sich der Dimension des Heiligen zu stellen, besonders in den Kreuzwegstationen (2005/2006).
Seine Arbeiten bedienen sich unterschiedlicher Darstellungstechniken: Ölbilder, große Collagen auf Papier (Studien), Stiche, Druckplatten (Arbeiten auf Metallplatten), Monoprints und Monotypien.

Insbesondere bei den graphischen Arbeiten und Drucken ist es zu einer langjährigen, intensiven Zusammenarbeit mit dem Drucker und Verleger Giorgio Upiglio in Mailand gekommen, mit dem er zwischen 1990 und 1993 das Werk Annotazioni di luce in otto momenti per Holzwege di Martin Heidegger
]Licht-Anmerkungen in acht Augenblicken für Holzwege von Martin Heidegger[ geschaffen hat, das in die Buch- und Druckabteilung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen wurde; in der jüngsten Vergangenheit, zwischen 2003 und 2006, entstanden die Editionen Infinitononfinito und Leçons de ténèbres/Le son des ténèbres.

Zusammen mit Giorgio Upiglio ist auch eine Serie großer Monoprints und Druckplatten entstanden, die als ein sich spiegelndes Wechselgespräch gedacht sind.
Durch die metasprachliche Spannung dieser Werke und die dauernde Befragung der Arbeitsmittel kommt es zu dem Paradox, dass – gemessen an den Positionen Walter Benjamins – die Ergebnisse und Verfahrensweisen des Druckvorgangs in Frage gestellt werden und der geistige und visuelle Entstehungsprozess des Werks sich an der technischen Unreproduzierbarkeit und Einzigartigkeit orientiert, wodurch der Begriff des Originals neu definiert wird.

Roberto Ciaccio war an verschiedenen italienischen Universitäten Dozent, unter anderen in Bologna im Rahmen des Studienganges Kunstsoziologie von Prof. Pietro Bellasi, der seit Jahren seine Arbeit begleitet.

Er war Mitarbeiter der Zeitschrift "Informazione Filosofica" des Istituto Italiano di Studi Filosofici in Neapel und schreibt für

"Il Veltro".
Gelegentliche Beiträge von ihm sind in einigen Tageszeitungen und Kunstzeitschriften erschienen.
 

Zu seinem Werk haben unter dem Aspekt des Verhältnisses von Kunst und Philosophie einige Diskussionsveranstaltungen und Tagungen stattgefunden:
- Archivio di Nuova Scrittura, Mailand 1992
- Istituto Della Enciclopedia Italiana, Rom 1994
- Biblioteca Cantonale, Locarno 1996
- Collegio Cairoli der Universität Pavia, 2004
- Italienisches Kulturinstitut/ Kupferstichkabinett, Kulturforum, Berlin 2006
Zu seinem Werk sind zahlreiche Beiträge von Kunstkritikern und Philosophen erschienen.

Philip Corner hat zu seinen Werken musikalische Performances aufgeführt (Music Muse – Genua 2004) und eigens Klavierstücke komponiert (Ténèbres: lessons & light – 2005).
Antonio Ballista hat anlässlich einiger größerer Einzelausstellungen Klavierkonzerte aufgeführt.

Seine Werke sind in einer Reihe bedeutender internationaler Museen vertreten (Museum of Modern Art, New York; Museum of Art, Tel Aviv; Kupferstichkabinett Staatliche Museen, Berlin; Museo Cantonale, Lugano; Mart, Rovereto).

Einige der wichtigsten Einzelausstellungen: Galleria Civica d’Arte Moderna, Palazzo dei Diamanti, Ferrara 1991; Galleria d’Arte Moderna e Contemporanea, Palazzo Forti, Verona 1995; Museo Nazionale di San Matteo, Pisa 1997; Fondazione Mudima, Mailand 2002, Hellenic American Union, Athen 2005, Kupferstichkabinett Kulturforum Staatliche Museen, Berlin 2006; Istituto Nazionale per la Grafica, Roma 2008.

Die wichtigsten Veröffentlichungen zu seinem Werk: La Passione dell’attesa e dell’ascolto, (Arnoldo Mondadori Arte Mailand 1991; L’Opera e l’Origine, (Umberto Allemandi & C., Turin 1994); Tra presenza e assenza:tracce (Gabriele Mazzotta, Mailand 1995); R. Ciaccio, G. Upiglio: Memoria di lastre incise. Gedankenmatrizen, (Vanni Scheiwiller, Mailand 1996); Remo Bodei: Roberto Ciaccio, Il volto del tempo, (Electa Editrice, Mailand 2002); Roberto Ciaccio: Revenants. Rispecchiamenti della matrice / Widerspiegelungen der Matrix (Gabriele Mazzotta, Mailand 2006).